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Veranstaltungshinweis |
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Rüsselwürmer, Loreleys Verwandlung, Asphaltbibliothek, Sprühköpfe und Newton in Worms
Mitte Juni treffen sich 55 Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, England, Kanada, Niederlande, Polen, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Libanon und aus Südafrika in Worms. Sie kommen auf Einladung der Blickachse-Organisatoren um den klassischen englischen Schlosspark im Wormser Vorort Herrnsheim in die größte Freiluft-Galerie der Region zu verwandeln. Die Ausstellung will einen Einblick in das Geschehen zeitgenössischen Kunstschaffens vermitteln. Dabei stehen Beiträge aus den Sparten Skulptur, Landart, Installation und Performance im Vordergrund. Schon Tage vor der Eröffnung wird der ansonsten recht beschauliche Park von babylonischem Sprachengewirr, brummenden Bohrmaschinen und Hilfe suchenden Künstlern heimgesucht. Das alles um am 15. Juni pünktlich um 14.00 Uhr die vierte Blickachse im Herrnsheimer Schlosspark eröffnen zu können. Ein Anliegen der international besetzten Ausstellung ist, die Ergebnisse zeitgenössischen Kunstschaffens außerhalb der musealen institutionalisierten Kunstwelt zu zeigen. Das Publikum der Blickachse erlebt in dem von Wilhelm von Sckell im 19. Jahrhundert angelegten Landschaftsgarten eine Symbiose moderner Kunst und künstlich angelegter romantisch verklärter Natur. Dabei streben beide Tendenzen dem gleichen Ziel zu: den Rezipienten die Möglichkeit zu geben sich unmittelbar und ohne hemmenden Schwellen zu nähern. So trifft sich während der Blickachse das, was zusammen gehört. Die Kunst und der öffentliche Raum. Wobei der Park als öffentlicher Raum nicht eigens für eine Kunstschau geschaffen wurde, sondern zu diesem Zweck umgenutzt wird. Die beteiligten Künstlerinnen und Künstler haben Wege gefunden, ihre Projekte behutsam in den vorhandenen Raum einzufügen oder bewusst Spannungen zwischen dem Ausstellungsraum und den ausgestellten Werken zu erzeugen. Die Blickachse versteht sich in erster Linie als Besucher orientierte Veranstaltung. Die Organisatoren nehmen die Herausforderung an, eine Gratwanderung zwischen hochkarätiger Werkschau und einem populären Kunst- und Kulturevent zu vollziehen. Ein umfangreiches Programm mit Aktionskunst, Musikbeiträgen, Führungen und gastronomischem Angeboten, soll auch Besuchern mit wenig Erfahrung im Kunstbetrieb den Weg zur Blickachse ebnen. Die Auseinandersetzung mit den ausgestellten Arbeiten geschieht in aller Regel sehr konkret, oft im direkten Dialog mit den Künstlerinnen und Künstlern. Die bisherigen Ausstellungen waren geprägt von einer entspannten Atmosphäre, in der sich die Besucher meist über viele Stunden im Park aufhielten oder sogar an allen vier Veranstaltungstagen den Weg zur Blickachse gefunden haben. Veranstaltet wird die vierte Blickachse von dem Wormser Künstlerverein Kunstforum Blickachse. Dieser in 1995 gegründete Zusammenschluss regionaler Künstler, hat im Herrnsheimer Schlosspark ein Domizil für ihre Kunst gefunden, was es ansonsten nicht in Worms gab. Die Abwesenheit einer Möglichkeit in Worms Kunst zu zeigen, machte die Gründer des gemeinnützigen Vereins erfinderisch. Der Park mit seinen vielfältigen Möglichkeiten der Kunstpräsentation war der ideale Ort, um eine mittlerweile bekannte und anerkannte Größe im überregionalen Ausstellungskalender zu initiieren. Die erste Ausstellung im Juni 1996 konnte schon 54 Künstlerinnen und Künstler und über 3.000 Besucher vereinen. Die Ausstellungen in 1999 und 2002 erfuhren weiteren Zuspruch durch Künstler und Besucher. Zuletzt sahen über 5.500 Besucher die Arbeiten von 120 Künstlern. Der im Jahr 2002 eingeführte Blickachse-Kunstpreis soll auch in diesem Jahr wieder verliehen werden. Eine Jury wird unter den ausgestellten Beiträgen drei Preise verleihen. Außerdem wird ein Sonderpreis für Aktionskunst vergeben. Die Preise sind mit insgesamt 3.500 Euro dotiert. Die sieben Mitglieder der Jury sind Ulrike Adler - Galerie Adler aus Frankfurt, Prof. Hans Gercke - Kunstverein Heidelberg, Dr. Jochen Kronjäger - Kunsthalle Mannheim, Dr. Dietmar Schuth - Kunstverein Worms, Carmen Kästner - Kunstforum Blickachse, Claus K. Netuschil - Galerie Netuschil aus Darmstadt, Dr. Justus Jonas - Autor und Kurator aus Mainz. Eine Kunstausstellung von solch stattlichen Dimensionen vorzubereiten
bedeutet viel Arbeit. Bereits seit einem Jahr ist ein kleines Team der
Blickachse damit beschäftigt die Projekte auszuwählen, Förderanträge
zu stellen und Sponsoren zu finden, die Werbung voran zu treiben, Material
zu organisieren, Gastronomie und Musik abzustimmen und etliche Anfragen
täglich zu beantworten. Dies alles mit bescheidenen Mitteln. Das
Kunstforum Blickachse erhält zwar Unterstützung durch die Stadt
Worms und den Kultursommer Rheinland-Pfalz, doch die öffentliche
Förderung deckt gerade gut ein Fünftel der Gesamtausgaben der
Veranstaltung. Die veranschlagten 50.000 Euro die für die Ausstellung
aufgebracht werden müssen, sind noch lange nicht zusammen. Ohne die
Unterstützung durch eine Gruppe von regionalen Unternehmen wäre
die Blickachse 06 nicht möglich. Auch die Pro Helvetia, eine Schweizer
Kulturstiftung fördert die Ausstellung. |
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