| Projektbeschreibung Blickachse 02 |
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| Titel Schön dich zu sehen, 2002 |
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| Materialien Glas, Beton und Fotografie |
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| Die sechs Betonstelen des ehemaligen Fratzen-Ecks sind die Ausgangspunkte
seiner Arbeit Schön dich zu sehen. Den Stelen, die alle ein rechteckiges
Grundmaß gemein haben, setzt er einen Glaswürfel auf, optisch ist
der Glaskörper eine Verlängerung der Betonstele, den dieser fügt sich
dem Grundmaß des Unterbaus. Von diesen sechs Stelen sind vier ca.
160cm hoch, die restlichen zwei ca. 30cm und 50cm hoch. Mit dem Glasaufsatz
erhalten die größeren Stelen eine Gesamthöhe von ca. 190cm – mannshoch,
die der kleineren ergibt ca. eine Höhe von 60cm und 80cm – kindshoch.
Beton“körper“ mit Glas“kopf“, als solches versteht Oliver Germann
die Anordnung der Glas- und Betonstelen. Den Glasköpfen verleiht der
Künstler „Gesichter“ in dem er auf die Innenfläche der Kubusseiten
die Fotografien von Hinterköpfen anbringt. Die Fotografien wurden
zunächst auf eine durchsichtige und Selbsthaftende Folie kopiert und
dann an die Seiten des Kubus angebracht. Es sind die Hinterköpfe von
Männern, Frauen und Kindern. Den mannshohen Stelen teilt er die Hinterköpfe
der Erwachsen zu, den kindshohen die der Kinder. Die Anzahl der Fotografien,
die auf den Kubusseiten verteilt werden variieren, sowie die Wahl
der Seiten. Den festen Platzt der Betonstelen, die Anordnung im weiten
Halbkreis hat Oliver Germann nicht verändert. Steht man nun vor seiner
Arbeit befindet man sich scheinbar in mitten einer Runde an Erwachsenen
und Kindern, die dem Betrachter immer den Hinterkopf, den Rücken zukehren,
selbst wenn er versuchen wollte vor die Person zu treten, um ihr ins
Gesicht zu blicken. Mit seiner Arbeit Schön dich zu sehen appelliert
der Künstler an die Offenheit seinen Gegenüber nicht nach dessen Äußeren,
seinem Gesicht zu beurteilen. Er möchte zum Ausdruck bringen, dass
der Versuch das Bild einer Person zu vervollständigen eine Offenheit
benötigt, denn die Physiognomie eines Gesichtes birgt nicht die Antwort.
Die Stilmittel des Neodadaismus setzt er gekonnt ein: humorvoll und
tiefsinnig zugleich. Oliver Germann spielt mit der Floskel „Schön
dich zu sehen“, er fordert den Betrachter auf genauer hinzusehen,
genauer hinzuhören. |
| Werkbesprechung von Sandra Nikolic |